Fachärztliches Zentrum für Nephrologie/Dialyse und Hypertonie
Kieler Hafen

« Zurück

Fachbegriffe Nephrologie von F-J

F

Farbdoppler-Echokardiographie: 2-dimensionale Darstellung der Herzmuskulatur, der Herzscheidewände und der Herzklappen sowie der herznahen Gefäße, gleichzeitig Darstellung der Blutfüsse im Herzen und in den Gefäßen, die im gepulsten Dopplerverfahren (Verfahren der Ultraschalldiagnostik) genau analysiert werden können.

Farbduplex-Sonographie - Ultraschall der Nierengefäße: Damit lässt sich die Nierendurchblutung beurteilen und Verengungen oder Verschlüsse der Nierengefäße (z.B. bei Gefäßverkalkung) werden erkannt. Die Untersuchung ist eine schmerz- und gefahrlose Ultraschallmethode, die auch das strömende Blut sichtbar macht. Je nach Richtung und Geschwindigkeit wird der Blutfluss mit unterschiedlichen Farben abgebildet. Außerdem kann man die Echos des Blutflusses hören. Die Beurteilung der Nierengefäße dauert in der Regel 30 - 45 min. Mit der Farbduplexsonographie können auch andere Gefäßverläufe dargestellt werden.

Fistel: Eine Fistel kann durch Gewebszerfall entstehen oder wird operativ als röhrenförmiger Verbindungsgang einer Körperhöhle oder eines Organs im Körperinneren mit einer anderen Körperhöhle oder der Körperoberfläche angelegt.

G

Gewebetypisierung: Bestimmung von Gewebemerkmalen. Bei einer Transplantation werden diese sowohl beim Organspender als auch beim Empfänger bestimmt. Je ähnlicher die Gewebemerkmale, die so genannten HLA-Merkmale (Human Leucocyt Antigen) von Organspender und Organempfänger ausfallen, desto schwächer wird voraussichtlich das Immunsystem des Empfängers auf das fremde Organ reagieren. Je unterschiedlicher die Merkmale sind, desto eher wird der Organismus des Empfängers ein übertragenes Organ als Fremdkörper erkennen und versuchen es abzustoßen.

Glomeruläre Filtrationsrate: pro Zeiteinheit von einem Glomerulum (Nierenkörperchen) filtriertes Volumen. Es wird in der Regel in der Einheit ml/min angegeben und ist einer der wichtigsten Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. Die Ermittlung der glomerulären Filtrationsrate ist durch die Bestimmung der Clearance von z.B Kreatinin möglich. Die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist abhängig vom tatsächlichen Filtrationsdruck und dem Alter.

Glomerulonephritis: Entzündung der Filterzellen in den Nierenkörperchen (Glomeruli). Im Gegensatz zur Entzündung des Nierenbeckens (Pyelonephritis), die durch Bakterien hervorgerufen wird, ist die Glomerulonephritis meist eine Autoimmunerkrankung, das heißt der Körper selbst greift die Nieren an. Sie ist meist schmerzlos. Man unterscheidet in akute und chronische Glomerulonephritis.

Glomerulus: Nierenkörperchen: Die Nierenkörperchen bestehen aus Knäueln kleinster Äderchen, aus denen der Urin ausgeschleust wird.

Glykämischer Index: Maßeinheit für den voraussichtlichen Blutzuckeranstieg nach der Aufnahme von Kohlenhydraten.

H

Hämodiafiltration (HDF): Kombination der Hämodialyse und Hämofiltration. Das Blut wird mit zwei Filtern sowohl durch Dialyse als auch durch Hämofiltration gereinigt.

Hämodialyse (HD): bestimmte Art der künstlichen Blutwäsche. Das Blut wird mit Hilfe von künstlichen Filtermembranen von schädlichen Stoffen befreit. Es wird dazu ein Gerät mit einem Membranfilter außerhalb des Körpers verwendet (künstliche Niere). Die Blutreinigung ist bei Nierenfunktionsstörungen meistens ein lebensnotwendiger Prozess.

Hämofiltration (HF): Stoffwechselendprodukte werden durch einen Filtrationsprozess aus dem Blut ausgeschieden. Es wird eine künstliche Niere eingesetzt, die sehr große Poren hat. Der Entgiftungsprozess dauert 4-5 Stunden, dabei werden dem Blut etwa 10 Liter Flüssigkeit mit den gelösten Giftstoffen abgefiltert. Danach wird das Blut mit einer Elektrolytlösung wieder aufgefüllt.

HbA1c-Wert: Wert für eine Blutzuckererhöhung über einen längeren Zeitraum (6-8 Wochen). Der Normalwert liegt unter 6,5 Prozent, eine Erhöhung auf über 7,5 Prozent gilt als bedenklich.

HDL-Cholesterin, High Density Lipoprotein: Das so genannte „gute“ Cholesterin ist ein Transportprotein für Cholesterin aus den Zellen zur Leber, wo es weiterverwertet oder der Ausscheidung zugeführt wird. HDL-Cholesterin hat eine gefäßschützende Wirkung, sein Wert sollte möglichst hoch sein.

High-Flux-Dialyse: Dialyseverfahren, High-Flux-Dialysatoren verfügen über die technisch am weitesten entwickelten Membranen.

Hyperglykämie: Erhöhung des Blutzuckerwertes über 126 mg / 100 ml.

Hyperlipämie: Erhöhung der Blutfette. Oft bleibt ein erhöhter Blutfettspiegel über Jahre unerkannt. In dieser Zeit bilden sich die als Plaques bezeichneten Veränderungen an den Wänden der Gefäße, die zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung) führen können. Folge: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden, Raucherbein. Es gibt zwei Arten von Hyperlipämie: Erhöhung von Cholesterin und Erhöhung von Neutralfetten.

Hypertonie: Bluthochdruck

Hypoglykämie: Unterzuckerung auf Werte unter 50 mg / 100 ml, die vor allem bei falscher Handhabung von Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten auftreten kann. Symptome: Hungergefühl, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche.

Hypotonie: (sehr) niedriger Blutdruck 

I

Immunsuppressiva: Arzneimittel, die die Immunreaktionen des Körpers unterdrücken bzw. abschwächen. Sie werden angewandt bei entzündlichen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und bei Organtransplantationen zur Verhinderung einer Abstoßungsreaktion.

Immunsystem: körpereigenes Schutzsystem zur Bekämpfung von Bakterien (Krankheitserregern), Viren, Tumoren und körperfremden Eindringlingen.

Insulin: Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) als Vorläuferversion (Proinsulin) gebildet wird. Insulin regelt den Blutzuckerhaushalt gemeinsam mit den Hormonen Glucagon und Somatostatin, die ebenfalls in der Bauchspeicheldrüse produziert werden. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, es bewirkt, dass der Zucker (Glukose) aus den Körperzellen aufgenommen wird. Mangel an Insulin hat einen chronisch hohen Blutzuckerspiegel zur Folge.

IPD-Dialyse: intermittierende Peritonealdialyse. Bei dieser Dialyseart erfolgt die Dialysedurchführung mit Unterbrechung (intermittierend) in einem Dialysezentrum 3 mal wöchentlich je 8 Stunden. Der Flüssigkeitsaustausch wird automatisch mittels einer Peritonealdialysemaschine („Cycler“) durchgeführt. (Peritoneum=Bauchfell)


Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen »

« Zurück

©2021 Praxeninformationsseiten | Impressum

» Datenschutzerklärung "Artikel weiterempfehlen" «