Fachärztliches Zentrum für Nephrologie/Dialyse und Hypertonie
Kieler Hafen

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Fachbegriffe Nephrologie von A-E

A

Abdomen: Bauch, Unterleib

Acetat / Azetat: Salz der Essigsäure

Acetat-Hämodialyse: Eine zunehmende Verringerung der Nierenfunktion bewirkt eine verminderte Ausscheidungsfähigkeit von Säuren über die Niere. Dies kann zu einer Übersäuerung des Blutes führen. Bei starker Zunahme der Säureionen H+ nimmt die Pufferbasenkonzentration ab. Eine Kompensation der metabolischen Azidose über die Atmung ist dann nicht mehr ausreichend, so dass eine vermehrte Ausscheidung der Säureionen über die Niere erfolgen muss. Für die Dialyse-Spüllösung wird Acetat verwendet, ein unphysiologischer Puffer.

akute Niereninsuffizienz, akutes Nierenversagen: Verschlechterung der Nierenfunktion, die innerhalb von Stunden bis Tagen auftritt. Giftige Harninhaltsstoffe können dann nicht mehr ausgeschieden werden. Die akute Niereninsuffizienz ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Diese Einschränkung der Nierenfunktion kann sich bei frühzeitiger Therapie wieder zurückbilden.

Alkalose / Alcalose: krankhafte Untersäuerung des Blutes

Apherese: allgemein medizinisches Verfahren zur Entfernung von Bestandteilen aus dem Blut (z.B. Dialyse)

Arteriosklerose: Arterienverkalkung, Verengung der Arterien durch Ablagerungen an der Gefäßwand. Die Folgen sind Durchblutungsstörungen, die im schlimmsten Fall zum Infarkt führen können.

Autoimmunerkrankung: Überbegriff für Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf körpereigenes Gewebe ist. Die Immunabwehr richtet sich aus zumeist ungeklärten Gründen gegen die Zellen des eigenen Körpers und beginnt, je nach angegriffenem Organ, typische Beschwerden zu verursachen.

Azidose / Acidose: krankhafte Übersäuerung des Blutes. Es gibt zwei Arten von Azidose. Die metabolische Azidose ist eine Übersäuerung des Blutes durch Stoffwechselprozesse. Die respiratorische Azidose wird durch die Atmung verursacht.

B

BE: Broteinheit. Eine BE entspricht 12 g Kohlenhydraten und soll die Berechnung der Kohlenhydratmenge bei insulinpflichtigen Diabetikern erleichtern.

Belastungs-EKG: EKG unter körperlicher Belastung: Dazu wird z.B. ein stationäres Fahrrad oder ein Laufband verwendet. Die Arbeitsleistung wird in Watt gemessen. Mit dem Belastungs-EKG können auftretende Veränderungen der Herz-Kreislauf-Funktion gemessen werden. Es wird zur Diagnose und zur Beurteilung von verschiedenen Krankheiten (z.B. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt) verwendet.

Bicarbonat: saures Salz der Kohlensäure

Bicarbonat-Hämodialyse: Bicarbonat ist ein physiologischer Blutbestandteil, der als Puffer sofort zur Verfügung steht. Es tritt in der Regel eine sofortige Besserung der Azidose (Übersäuerung des Blutes) ein. Nebenwirkungen sind seltener als bei der Acetat-Hämodialyse.

C

CAPD, kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse: Diese Dialyseart wird vom Patienten selbst durchgeführt. Die sterile Dialysieflüssigkeit, die über einen Katheter in den Bauchraum eingelassen wird, verbleibt mehrere Stunden in der Bauchhöhle und wird mehrfach am Tag gegen frische Flüssigkeit ausgetauscht. Die Wechsel werden jeden Tag, auch am Wochenende durchgeführt. Ein solcher Wechsel dauert jeweils rund 30 Minuten, aufwändige Apparaturen sind nicht erforderlich.

CCPD, kontinuierliche Cyclergestützte Peritonealdialyse: Weiterentwicklung der CAPD (kontinierliche ambulante Peritonealdialyse) unter Zuhilfenahme einer Peritonealdialysemaschine (sog. Cycler). Die CCPD wird vom Patienten ebenfalls zu Hause über Nacht durchgeführt. Der Patient schliesst sich am Abend an die Maschine an. Während der Nacht führt die Maschine wiederholte Dialysatwechsel durch. Die Anzahl der Wechsel und die Austauschmengen werden in den Cycler einprogrammiert. Am Morgen schliesst sich der Patient wieder ab und kann am Tag ohne Belastung durch weitere Beutelwechsel seinen Beschäftigungen nachgehen.

Cholesterin: Fettähnliches Molekül; wird von der Leber gebildet und über die Nahrung aufgenommen. Es ist unverzichtbare Grundsubstanz für den Aufbau von Zellwänden, Gallensäuren, Vitamin D und verschiedenen Hormonen. Man unterscheidet zwischen "gutem" und "schlechtem" Cholesterin.

chronische Niereninsuffizienz, chronisches Nierenversagen: Nierenfunktion verschlechtert sich und es kommt schließlich zu einem vollständigen Nierenversagen. Ursachen sind häufig Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck, Infektionen, etc.

Clearance: Maß für das Reinigungsvermögen bzw. Leistungsvermögen z.B. der Nieren

Cycler: Dialysemaschine für Peritoneal-(Bauchfell)-Dialyse

D

Diabetes mellitus: Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Es gibt zwei Arten von Diabetikern: Typ-1-Diabetiker und Typ-2-Diabetiker

Diabetes Typ 1: Körpereigene Abwehrstoffe zerstören die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dadurch sinkt die Insulinproduktion und bleibt schließlich ganz aus. Typ-1-Diabetiker haben damit einen absoluten Mangel an Insulin und müssen dem Körper menschliches oder tierisches Insulin zuführen.

Diabetes Typ 2: Die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin ist herabgesetzt (Insulinresistenz). Die Patienten brauchen viel mehr Insulin, um Zucker aus dem Blut aufnehmen zu können. Die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse schütten deshalb vermehrt Insulin aus. Die Zellen werden dadurch auf Dauer überlastet und die Insulinproduktion nimmt immer mehr ab. Der Typ-2-Diabetiker leidet also unter einem relativen Insulinmangel, die Zellen produzieren zwar Insulin, die Zellen können es aber nicht verwerten.

diabetische Nephropathie: Nierenschädigung durch schlecht eingestellten Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Dialyse: künstliche Blutwäsche; sie übernimmt die Aufgabe der Nieren und entfernt schädliche Stoffe aus dem Körper. Das Blut wird hierbei durch eine Membran geschickt, die bestimmte Stoffe sowie Flüssigkeit herausfiltriert.

E

Elektrokardiogramm: siehe EKG

Elektrolyte: Elektrolyte sind chemische Verbindungen in den Körperflüssigkeiten, die aus dem Zerfall von Salzen resultieren. Die Nieren kontrollieren und regulieren die Menge der Elektrolyte im Körper. Beim Nierenversagen kann der Elektrolytgehalt im Körper aus dem Gleichgewicht kommen. Durch die Dialyse wird dieses Gleichgewicht wieder hergestellt.

EKG: Elektrokardiogramm: im Herzen entsteht bei jedem Schlag ein schwacher Strom mit einer Spannung von ca. 1/1000 Volt. Beim EKG werden die elektrischen Aktivitäten des Herzens abgeleitet und in Form von Kurven im Elektrokardiogramm aufgezeichnet. Das EKG ist also Ausdruck des Verlaufs der Herzerregung.

Erythropoetin: Erythropoetin ist ein Hormon, das die Bildung und Reifung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark anregt. Erythrozyten transportieren den Sauerstoff im Blut. Den größten Teil (>90 Prozent) des Erythropoetins bilden die Nieren, einen kleinen Teil auch die Leber.


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